Duathlon Krailling 2018

Müde, müde renn´ ich rum, frage mich wo ist der Schwung?

Meine sechste Teilnahme beim Duathlon Krailling kann unter „finished“ einsortiert werden. Eigentlich. Und doch war es nicht ganz so unterirdisch schlecht wie es sich währendessen anfühlte. Es war ein komischer Tag. Schon beim Einlaufen fühlte ich mich müde und hatte nicht wirklich Lust auf die 10,4k Laufen, 42k Radfahren und abschließenden 5,2k Laufen. Wobei das Wetter dieses Jahr ganz ungewohnt milde Temperaturen um die 20 Grad sowie Sonnenschein bescherte. Im Vergleich zu den vorigen Jahren untypisch und richtig herrliche Bedingungen.

Laufstart.

Nachdem die Sprintdistanz des Duathlon Krailling um 9 Uhr gestartet wurde, drängten sich die 159 Teilnehmer der Kurzdistanz in den Startbereich. Die letzten Sekunden wurden per Handzeichen signalisiert und pünktlich mit dem Startschuss begann um 9:15 die Jagd auf die Bayerische und Oberbayerische Meisterschaft im Kurz-Duathlon.

Der erste Laufkilometer des Duathlon Krailling 2018 - Foto: Robert Gseingk Quelle: www.sportfoto.ws
Der erste Laufkilometer des Duathlon Krailling 2018 – Foto: Robert Gseingk Quelle: www.sportfoto.ws

Schon nach den ersten zwei Laufkilometern merkte ich, daß ich meinen Titel des Oberbayerischen Meisters nicht aktiv verteidigen konnte. Meine Beine fühlten sich an wie Blei! Ich konzentrierte mich auf meinen Armschwung in der Hoffnung, dadurch meine Schrittlänge etwas erhöhen zu können. Doch weder erhöhte sich dadurch mein Schritt, noch meine Pace, noch mein Puls! Nichts. Müde trabte ich weiter durch den Kraillinger Forst und fühlte mich unendlich langsam. Athlet um Athlet überholte mich. Jedes mal hoffte ich dran bleiben zu können. Jedes Mal musste ich abreissen lassen. Frustrierend!

Ich beendete die erste Runde und brauchte für die initialen 5,2 Kilometern über 22 Minuten. Meine GPS-Uhr zeigte mir eine durchschnittliche Pace von 4:20 Minuten pro Kilometer. Das hatte ich mir anders vorgestellt. Eine Pace von 4:02 hätte durchaus drin sein sollen – so zumindest nach meinen Trainingsdaten der letzten Wochen zu urteilen. Ich lief in die zweite Runde und das Kopfkino begann.

Was war los? Waren die letzten Intervalle im Training zu intensiv?
 Hatte ich zu wenig gegessen? War es die Frühjahres-Müdigkeit, die mir zu schaffen machte?
Trug ich einen Infekt in mir?
Wurde ich alt?

Naja, bei all diesen Gedanken quälte ich mich über die Strecke und bewegte mich mental immer weiter weg von jeglichem Wettkampfgeist…

Wechsel 1.

Ich wechselte nach 44 Minuten 15 Sekunden und konnte meine Pace erfreulicherweise noch auf ca. 4:13 Minuten pro Kilometer reduzieren. Blöderweise wusste ich, daß ich für die 10,5 Kilometer vor einem Jahr knapp über 43 Minuten brauchte. Also nun über eine Minute langsamer war … Puuuuhhuuhh. Ok. Haken dran. Weiter gehts! Radschuhe an. Helm auf. Aero-Bike in die Hand und über den Asphalt des Kraillinger Bauhofs gestöckelt. Die Hoffnung entstand, daß es nun besser werden würde.

Radfahren.

Die ersten Meter fühlten sich für meine Beinchen recht gut an. Also stampfte ich los. Der leichte Wind kühlte angenehm und ich erfreute mich zum ersten Mal an diesem Wettkampf. Die Radstrecke hatte sich zwar vor zwei Jahren etwas geändert, war jedoch zum Großteil gleich und somit flach geblieben. Ich habe ja bereits in füheren BlogPosts erwähnt, daß ich flache Radstrecken liebe 🙂

Auf der Radstrecke beim Duathlon Krailling 2018 - Quelle: www.sportfoto.ws
Auf der Radstrecke beim Duathlon Krailling 2018 – Quelle: www.sportfoto.ws

Der erste der vier Wendepunkte war schnell erreicht und aufgrund des 180 Grad Turn musste ich fast aus dem Stand wieder antreten. Erst jetzt bemerkte ich den Gegenwind. Meine Geschwindigkeit verringerte sich deutlich und ich dachte mir „Ok, jetzt ist es an der Zeit Körner zu lassen!“ Also arbeitete ich mich kontinuierlich nach vorne bis ich erste Krampfansätze in der linken Wade spürte. Dies war ungefähr bei Radkilometer 17. Inzwischen hatte ich auch realisiert, daß mein Puls auch beim Radfahren nicht über 160 Schläge pro Minute hinaus gehen wollte. Es machte zwar Spaß, aber die Bereitschaft mich zu quälen war einfach nicht vorhanden. So fuhr ich pulstechnisch an meiner Schwelle herum und hoffe auf eine gute Leistung.

Apropos. An den Leistungsdaten meines Leistungsmessers konnte ich mich leider nicht orientieren. Die Batterie des Power2Max war seit zwei Jahren im Einsatz und hatte vor ein paar Tagen Ihren Dienst berechtigterweise eingestellt. Beim Versuch des Batteriewechsel am Tag zuvor ist mir unnötigerweise noch die Inbus-Fassung der Kurbelschraube ausgefranst. Blöd.

Ich fuhr die 42 Kilometer go gut ich konnte zu Ende und wusste, daß die Durchschnittsgeschwindigkeit nicht die langsamste war. Daß ich allerdings persönliche “Duahtlon-Krailling-Strecken-Bestzeit” gefahren war, realisierte ich erst nach dem Rennen. 66 Minuten und 19 Sekunden sollten in der Ergebnisliste stehen, wobei die beiden Wechselzeiten inbegriffen sind. Die reine Fahrzeit für die 42 Kilometer lag bei 64 Minuten und 10 Sekunden. Das bedeutet immerhin ein Stundenmittel von 39,2 km/h. Damit lässt sich leben 🙂

Wechsel 2.

Die letzten Meter im Sattel spürte ich jedoch meine müden Beine und die Unlust auf´s Laufen kam zurück. Getreu dem Motto „jetzt jogge ich das Ding noch heim“ lief ich in die Wechselzone ein. Mit dem Luxus eines zweiten frischen Paar Laufschuhe an den Füßen trabte ich los in Richtung Waldsanatorium.

Kurz vor dem Zieleinlauf des Duathlon Krailling 2018 - Quelle: www.sportfoto.ws
Kurz vor dem Zieleinlauf des Duathlon Krailling 2018 – Quelle: www.sportfoto.ws

2. Lauf.

Ich merkte schnell, daß der 2. Lauf genau da weiter ging wo der erste aufhörte: Mit bleiernen Beinen! Also schleppte ich mich ein letztes Mal – gefühlt in unterirdischen Tempo – über die Schotter- und Forstwege des Kraillinger Forst hinweg. Athlet um Athlet überholte mich und mein Wille mitzugehen war gleich null. Abgesehen davon kam starkes Seitenstechen hinzu, so daß mir das Atmen in der inzwischen warmen Luft noch schwerer fiel. Die Kilometer zogen sich. Irgendwann kam das letzte Waldstück bevor es endlich zurück auf das Gelände des Bauhofs ging. Genau in dem Augenblick überholte mich erneut ein Athlet und zog mich ins Ziel. Vielen Dank dafür. Blöd nur, daß dieser Athlet ausgerechnet in meiner Altersklasse war. Dies vermutete ich in diesem Augenblick zwar nur und war mir ganz ehrlich sch… egal! Mitgehen war schon schwierig, vorbei gehen wäre nicht möglich gewesen!

Ziel.

Endlich. Finishline. ISO, Wasser, Apfelsatzschorle. Orangenschnitz. Melonenstück. Hinsetzen und nicht mehr aufstehen. Das war wohl die Reihenfolge der Tätigkeiten direkt nach dem Zieleinlauf. Die Freude, daß es endlich vorbei war, wurde nicht einmal davon getrübt, daß ich mit meiner Zeit von 2:13:08 lediglich den 44. Gesamtrang belegte. Drei Monitore zeigten in Echtzeit die vorläufigen Ergebnisse an. Lediglich die Altersklassen-Ranglisten wurden erst kurz vor der Siegerehrung ausgehängt. So herrschte noch einige Zeit Spannung über die finalen Platzierungen und Meistertitel! Ich las letztendlich meinen Namen auf Platz 10 der Senioren1. Für die Bayerische Meisterschaft wurde ich mit Platz 9 gelistet. Adieu Meistertitel! Vielleicht 2019 wieder …

Der Duathlon Krailling ist immer eine schöne und empfehlenswerte Veranstaltung. Mit der 25. Austragung in diesem Jahr kamen viele gute und schnelle Teilnehmer. Insbesondere in meiner Altersklasse der Senioren1 waren es diesmal über doppelt so viele Starter. Somit ist eine bessere bzw. erhöhte Leistungsdichte nur logisch. Ich merkte übrigens erst zu Hause, daß ich trotz meiner gefühlt miesen Performance fast zwei Minuten schneller war als im vorigen Jahr! Ein gute AK-Platzierung hängt aber auch immer von der Konkurrenz ab und kommt manchmal einer Wundertüte gleich 😉

Pünktlich in der Nacht nach dem Wettkampf suchte mich übrigens eine Erkältung heim … soviel zum Thema „Leistungsbereitschaft des Körpers“. Es hat alles seinen Grund… hört in und auf Euch!

Duathlon Krailling

Typ: Duathlon

Distanz: 10,5 – 42 – 5,2 k

Datum: 06. Mai 2018

Nenngeld: 34 €

Laufstrecke 1:

2 flache Runden im Kraillinger Forst auf Wald- und Schotterwegen

Radstrecke:

2 Runden, sehr flach, geteerte Strasse, diverse 180 Grad Kurven, ca. 110 hm

Laufstrecke 2:

gleiche Laufrunde wie erster Lauf, jedoch nur eine Runde zu laufen

Organisation
80%
Strecke
70%
Publikum
60%
Erlebnis
75%
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